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Surfsticks: Probleme und Lösungen für Mac OS X 10.7

Surfsticks sind eine echte Alternative zum klassischen DSL-Zugang. Allerdings haben die meisten Datengeräte von Huawei, ZTE und Co. bis heute Schwierigkeiten mit Apples neuem Betriebssystem Mac OS X 10.7 alias Lion.

 

Huawei ist einer der größten chinesischen Netzwerk-Ausrüster und in Deutschland besonders durch seine 3G-Sticks bekannt, die von derTelekomVodafoneTelefonica und E-Plus unter eigener Marke verkauft werden. Neben Huawei (zu Deutsch: "China kann") kaufen die deutschen Mobilfunker auch beim ebenfalls chinesischen Unternehmen ZTE gerne ein.

Surfsticks aus China

Beide Firmen produzieren zwar solide Hardware, allerdings liefern die hiesigen Netzbetreiber nicht immer die aktuellste Version dieser aus. Das führt besonders bei Besitzern eines Mac zu Problemen: Im Netz häufen sich Beschwerden, die auf den Sticks aufgelieferte Software funktioniere nicht mit Mac OS X 10.7 alias Lion. Schon bei der Aktualisierung auf Mac OS X Snow Leopard gab es ähnliche Probleme mit diversen Surfsticks. Der Grund für die fehlenden Treiber ist einfach: Die Sticks, die Telekom und Co. derzeit verkaufen, wurden bereits im Frühjahr bestellt - da war Lion noch nicht auf dem Markt, wohl aber schon absehbar - Entwickler konnten eine Vorabversion ab Februar 2011 beziehen.

Software noch nicht angepasst

Damit hätten Huawei, ZTE und die Netzbetreiber eigentlich genug Zeit gehabt, die Zugangssoftware der 3G- und LTE-Surfsticks an das neue Betriebssystem anzupassen, was aber nicht in allen Fällen passiert ist. Besonders Telefonica Germany alias O2 scheint sich nicht für Apple-Kunden zu interessieren: Bis zum heutigen Tag weist die offizielle Website ausdrücklich darauf hin, dass der Mobile Connection Manager noch nicht mit Lion kompatibel sei. Gerüchte, eine Lion-Version werde am 8. Dezember erscheinen, haben sich als falsch erwiesen. Im O2-Forum beschweren sich dutzende Kunden über Probleme mit Surfsticks unter Lion.

 

O2 gibt sich zugeknöpft, was eine Aktualisierung der Software betrifft. Bei der Konkurrenz sieht es aber auch nicht besser aus: Das Programm E-Plus Online Connect ist zwar schon für Windows 7 erhältlich, unterstützt offiziell aber noch nicht einmal Mac OS X 10.6, geschweige denn Lion. Im Test quittierte der Setup-Assistent die Installation mit einer Fehlermeldung. Selbst die beiden Branchengrößen Telekom und Vodafone kommen noch nicht perfekt mit Lion zurecht: Das aktuelle Vodafone Mobile Connect Dashboard für Mac OS X (Version R4.07.00.00) konnte zwar installiert werden, die Verbindung brach mit mehreren Surfsticks aber häufiger als üblich ab. Auf einem Testsystem mit Mac OS X Snow Leopard sorgte das Dashboard außerdem für ein nicht mehr bootendes System. Die Telekom unterstützt Lion noch auf keinem ihrer Surfstick offiziell.

 

Lösung durch Treiber

Grundsätzlich gilt, dass Nutzer davon Abstand nehmen sollten, eine auf dem Stick mitgelieferte Anwendung zu installieren, wenn diese nicht offiziell für Mac OS X Lion ausgewiesen wurde - in der Regel findet sich ein entsprechender Hinweis auf der Verpackung. Sollte das nicht der Fall sein, bringt vielleicht die manuelle Installation der Mac-Treiber die Lösung: Zwar bietet ZTE auf seiner offiziellen Website keinen Download-Bereich mit entsprechendem Inhalt an, wohl aber Huawei. Der chinesische Hersteller stellt ein Treiberpaket bereit, das für Mac OS X 10.6 entwickelt wurde und offiziell auch auf Lion läuft. Damit wurde ein Huawei E173-Stick auf einem Lion-System problemlos erkannt und als neuer Netzwerk-Anschluss hinzugefügt. Die Einwahl ins Internet kann dann ohne Zugangssoftware mit der entsprechenden APN des Netzbetreiber erfolgen.

Launch2Net einsetzen

Wer unbedingt eine Zugangssoftware einsetzen möchte, kann "Mobile Partner" von Huawei verwenden: Das Programm ist kostenlos, besitzt alle wichtigen Funktionen, auch für SMS-Versand, und unterstützt offiziell Mac OS X 10.7. Allerdings steht es derzeit nur auf Englisch zur Verfügung. Wer unbedingt eine deutschsprachige Software verwenden möchte, sollte einen Blick auf das Programm "Launch2Net" von Nova Media werden: Es dient unter anderem Telekom und Vodafone als Grundlage für ihre eigenen Anwendungen und unterstützt schon seit Juli 2011 Lion. Launch2Net kommt nicht nur mit Huawei-Surfsticks zurecht, sondern auch Geräten von ZTE, Option und anderen Herstellern. Dafür ist Launch2Net kostenpflichtig.

 

Weitere Alternativen

Ausländische Netzbetreiber haben erkannt, dass auch Mac-Anwender eine wichtige Zielgruppe sind und auf das neue Betriebssystem Lion schneller reagiert. Teilweise gibt es die Möglichkeit, zum Beispiel die Software der US-Netzbetreiber zu verwenden, wenn ein Surfstick dauerhaft Probleme machen sollten. Ansonsten sind die Geräte mittlerweile so billig, dass man für unter 50 Euro seinen alten Stick durch ein neues Modell problemlos ersetzen kann, das dann unter Umständen etwas besser mit Mac OS X 10.7 harmoniert.

 

  1. O2 Download-Bereich
  2. Treiber von Huawei

 

Quelle: Netzwelt